KWK und Erneuerbare Energien können sich gut ergänzen

Berlin
8. Juni 2015

Blockheizkraftwerke (BHKW) können wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll zur dezentralen Versorgung von Einzelobjekten oder Stadt-Quartieren und zugleich zur Integration von fluktuierenden Erneuerbaren Energien beitragen. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „KWK und Klimaschutz“, die Berliner Energieagentur (BEA) und BET im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) erstellt haben.

Voraussetzung für die Übernahme von Systemdienstleistungen im Rahmen eines zukunftsfähigen Strommarktdesigns ist nach Auffassung der Gutachter, dass die Anlagen gegenüber einer klassischen Auslegung eine höhere Leistung haben und dass die Wärme- und Stromproduktion durch entsprechende Wärmespeicher flexibilisiert werden kann. Dazu sei es unter anderem notwendig, durch variable KWK-Zuschläge die Direktvermarktung von Strom aus BHKW anzureizen und die EEG-Umlagebefreiung flexibler als bisher zu gestalten. Insgesamt müsse es stärkere Marktsignale zugunsten einer netzdienlichen Fahrweise geben.

Sehr geringe CO2-Vermeidungskosten

In zwei Arbeitspaketen werden in der Studie die objekt- bzw. quartiersbezogene Nutzung kleinerer BHKW mit einer Leistung von bis zu 500 kWel untersucht sowie die Rolle der KWK-Technologie in einem mehr und mehr von erneuerbaren Energien geprägten Strommarkt der Zukunft. In der Studie bestätigt sich, das dezentrale KWK sehr geringe, unter Umständen sogar negative CO2-Vermeidungskosten hat.

Eine Wirtschaftlichkeit sei unter den momentanen Randbedingungen bei Anlagen ab 20 kWel möglich, allerdings nur bei einer wärmegeführten Fahrweise.

Eine stromgeführte Fahrweise sei aktuell bei Anlagen in der Wohnungswirtschaft und in der Quartiersversorgung eher unwirtschaftlich und auch ökologisch nicht sinnvoll, könnte aber durch Einsatz von Pufferspeichern verbessert werden. Grade bei der quartiersbezogenen Versorgung liegen nach Auffassung der Gutachter Potenziale brach, da die Wirtschaftlichkeit von Anlagen mit einer Leistung von über 200 kWel höher liege als bei BHKW zur Objektversorgung, deren Leistung meist zwischen 20 kWel und 100 kWel liegt.

Flexibilität durch Weiterentwicklung von Wärmespeichern

Laut Studie kann die KWK Technologie dazu dienen, erneuerbare Energien besser in den Strommarkt zu integrieren.  Die nötige Flexibilität sei praktisch nur durch die Weiterentwicklung von Wärmespeichern sowie entsprechende Anreize möglich. So kann Energie vorgehalten und bei Bedarf genutzt werden. Um die Wirschaftlichkeit und Systemfähigkeit der dezentralen KWK zu verbessern, müssten gesetzgeberische Hürden beseitigt werden. So sollte zukünftig Mieterstrom von der EEG-Umlage befreit werden, weil derselbe Versorgungsfall vorliegt wie beim größtenteils EEG-Umlage befreiten Eigenstrom. Auch müsse es – unter Einbindung kommunaler Entscheidungsträger – Hilfen bei den Erschließungskosten für Wärme- und Stromnetze geben. Hier könnten kommunale Energiekonzepte eine wichtige Rolle spielen. Auch eine flexible KWK-Förderung kann wirtschaftliche Anreize schaffen, damit die KWK am Regelenergiemarkt teilnehmen kann.