Thüringen und Nordrhein-Westfalen starten Photovoltaik-Förderprogramm für Mieter

PV-Anlage der BEA in Berlin Adlershof Im Neubau "Charlotte am Campus" können die Bewohner den umweltfreundlichen und kostengünstigen BEA Kiezstrom® vom Dach direkt beziehen.
Berlin
7. November 2016

Thüringen und Nordrhein-Westfalen gehen voran und fördern seit Oktober 2016 Solarstromanlagen auf Miethäusern sowie Speicherlösungen für die direkte Selbstversorgung. Die Initiativen der Bundesländer gehen einen wichtigen Schritt in der Subventionierung von Mieterstrommodellen und dezentraler Energieerzeugungsanlagen mit erneuerbaren Energien.

Beim Programm „Solar Invest“ des Thüringer Umweltministeriums werden Solaranlagen mit bis zu 40 Prozent und Energiespeicher mit bis zu 50 Prozent der Investitionskosten gefördert. Voraussetzung ist, dass der Strom auch vollständig für den Eigenverbrauch genutzt wird. Investitionen in Mieterstrommodelle werden mit bis zu 80 Prozent gefördert. Beratungsleistungen und Machbarkeitsstudien sind in dem Förderpaket ebenfalls berücksichtigt.

Auch in NRW profitieren Mieterinnen und Mieter jetzt stärker von der Energiewende. In dem Programm "Regenerative Energien und Energiesparen" werden seit Mitte Oktober 2016 stationäre Batteriespeicher subventioniert, die in Verbindung mit einer Photovoltaik-Anlage mit mehr als 30 Kilowatt Leistung errichtet werden. Der auf den Dächern produzierte Strom ist für die Mieter kostengünstiger, als der Grundtarif des örtlichen Stromversorgers.

EEG-Umlage belastet Mieterstrommodelle

Damit setzen die Umweltministerien der zwei Bundesländer ein klares Zeichen: Die Energiewende ist umsetzbar - doch die gesetzlichen Bedingungen müssen dringend nachjustiert werden. Noch immer werden Mieterstrommodelle von der Bundesregierung benachteiligt. Solarer Mieterstrom wird - anders als Solarstrom vom Dach eines Eigenheims - derzeit noch mit der vollen EEG-Umlage von über sechs Cent je Kilowattstunde belastet.

"Wir wollen im Jahr 2025 mehr als 30 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Energien gewinnen. Dafür brauchen wir auch das Engagement der Wohnungswirtschaft und der Mieterinnen und Mieter in den fast fünf Millionen Mietwohnungen Nordrhein-Westfalens", sagt NRW-Umweltminister Johannes Remmel. "Wir schließen damit auch Lücken, die die Bundesregierung, ganz besonders bei der Teilhabe von Mieterinnen und Mietern im Rahmen der Energiewende bislang nicht ausfüllt."

Berliner Energieagentur Pionier bei Mieterstrommodellen

Die Berliner Energieagentur GmbH (BEA) ist bundesweit ein Vorreiter für Mieterstrommodelle. Sie hat bereits vor über 20 Jahren damit begonnen, dezentral erzeugten Strom über eigene Hausnetze zu verteilen und an die Bewohner von Gebäuden oder Siedlungen zu vermarkten. Mit über 60 Mieterstromprojekten in Berlin und Umland hat die BEA eine umfassende Expertise aufgebaut und beliefert unter der Marke BEA-Kiezstrom® bereits 3.800 Berlinerinnen und Berliner mit Strom aus Blockheizkraftwerken und Photovoltaikanlagen.

Mieterstrommodelle wie der BEA-Kiezstrom® tragen dazu bei, dass das Land Berlin die Klimaschutzziele erreicht und bis 2050 klimaneutral werden kann. Daher beteiligt sich die BEA auch an Modellvorhaben, damit die dezentrale Erzeugung von Energie beständig weiterentwickelt und an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden kann.

Derzeit betreibt die BEA 55 Photovoltaikanlagen an 31 Standorten: in sechs Anlagen wird der Solarstrom im Eigenverbrauch genutzt, drei weitere PV-Anlagen beliefern die Bewohner über Mieterstrommodelle mit kostengünstigen BEA-Kiezstrom®. Bei einer installierten Leistung von rund 4,2 MWpeak und einer Stromerzeugung von 3.717.000 KWh p.a., werden im Jahr 12.000 Tonnen CO2 eingespart.

 

Tipp: Mit dem Beginn der Landesförderungen veröffentlichte der Bundesverband Solarwirtschaft den kostenlosen Leitfaden "Geschäftsmodelle mit PV-Mieterstrom". Gleichzeitig ging auch das Info-Webportal sonneteilen.de an den Start und informiert über Solarstromanlagen auf Wohngebäuden und das Angebot lokaler Solarstromtarife.

 

Quellen: PV Magazin, Umweltministerium NRW und Thüringer Ministerieium für Umwelt, Energie und Naturschutz