Berlin unterstützt Partnerstadt Buenos Aires beim Energiesparen in kommunalen Krankenhäusern

Berlin
13. Oktober 2016
  • Förderprojekt im Rahmen der Klimapartnerschaft zwischen beiden Metropolen
  • Energieaudits und Pilotprojekt mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in der argentinischen Hauptstadt geplant
  • Senatskanzlei beauftragt Berliner Energieagentur (BEA) mit Umsetzungskonzept

Das Land Berlin und Buenos Aires wollen ihre Kooperation beim Klimaschutz weiter intensivieren. Die Senatskanzlei hat nach einer öffentlichen Ausschreibung die Berliner Energieagentur (BEA) beauftragt, ein Umsetzungskonzept in der argentinischen Hauptstadt zu entwickeln.

Dazu sollen mehrere Krankenhäuser in Buenos Aires auf Energie- und CO2-Einsparpotenziale hin analysiert werden. Auf dieser Basis wird dann entschieden werden, ob und wo der Einsatz von dezentraler Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sinnvoll ist.

Berlin und Buenos Aires verbindet seit 1994 eine Städtepartnerschaft. Diese wurde 2012 um eine Klimapartnerschaft erweitert. Auf dieser Grundlage entstand auch das Förderprojekt, das die Berliner Senatskanzlei jetzt gemeinsam mit der Stadtregierung in Buenos Aires umsetzen wird. Energieeffizienz spielt in Argentinien eine immer wichtigere Rolle. Obwohl bereits ein hoher Anteil des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien gedeckt werden kann, muss das Land in großem Umfang Öl und Erdgas importieren.

"Gutes Beispiel für direkte Zusammenarbeit"

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller erklärt: "Die Klimapartnerschaft zwischen Berlin und Buenos Aires ist ein sehr gutes Beispiel für eine direkte, projektbezogene Zusammenarbeit zwischen Städten. Es sind die großen Städte, die weltweit ihr Know-how zusammenführen und Herausforderungen wie dem Klimawandel oder der Frage nach bezahlbarem Wohnraum für alle begegnen müssen. Große Städte sind besonders geeignete Akteure für diese Prozesse, denn das sind Fragen, mit denen wir uns tagtäglich auseinandersetzen. Und das sind auch die Themen und das Wissen, das wir als Städte in der kommenden Woche in die Habitat III Konferenz in Quito einbringen werden.“

Schwerpunkte des Kooperationsprojektes sind einerseits das kommunale Energiemanagement, das in Buenos Aires auf Basis des Vorgängerprojekts im Rahmen der Klimapartnerschaft weiterentwickelt werden soll, und darüber hinaus als neues Element ein Pilotprojekt zum Bau eines Blockheizkraftwerkes (BHKW) in einem öffentlichen Krankenhaus.

Für das Projekt gibt es eine Förderung durch die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt/Engagement Global. Als zentrale Ansprechpartnerin in Deutschland für bürgerschaftliches und kommunales Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit arbeitet Engagement Global im Auftrag der Bundesregierung und wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert.

Jahrzehntelange Erfahrung mit Kraft-Wärme-Kopplung

Das Projekt für Buenos Aires ist auf Krankenhäuser zugeschnitten, weil sie ein besonders großes Potenzial für Energie- und CO2-Einsparungen haben. Zusätzlich könnte durch den Einbau und Betrieb eines BHKW die Versorgungssicherheit erhöht werden. Das BHKW würde dann nicht nur hocheffizient Wärme und Strom erzeugen, sondern bei einem Stromausfall im Netz als Notstromaggregat fungieren.

Die BEA bringt in die Kooperation jahrzehntelange Erfahrung aus der Planung, dem Bau und dem Betrieb von BHKW mit. Der unmittelbare Wissenstransfer zwischen BEA und den Fachleuten vor Ort ist zentraler Bestandteil. Ein Projekt, das sich auf kommunales Energiemanagement und lokalen Klimaschutz konzentriert, ist daher besonders vielversprechend.