Berliner Energieagentur startet erstes Mieterstromprojekt für HOWOGE-Wohnquartier in Berlin

Berlin
21. November 2014
  • Aufbau eines Nahwärme- und Stromnetzes für 312 Wohnungen in Berlin-Lichtenberg
  • Blockheizkraftwerk (BHKW) liefert effizient und umweltfreundlich Energie

Die Berliner Energieagentur (BEA) wird im Auftrag der HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH für sieben Wohngebäude in Berlin-Lichtenberg ein Nahwärme- und Stromnetz mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW) aufbauen.

Die Anlage soll 312 Wohnungen in der Rummelsburger Straße voraussichtlich ab Frühjahr 2015 effizient und umweltfreundlich mit Energie versorgen. Damit sinken die Kohlendioxidemissionen im Quartier um über 400 Tonnen pro Jahr. Das entspricht dem CO2 Ausstoß von 400 PKW pro Jahr bei einer Laufleistung von 10.000 km. Den Zuschlag hat die BEA nach einer öffentlichen Ausschreibung erhalten. Die Projektsteuerung übernimmt die HOWOGE Wärme GmbH.

Die viergeschossigen Gebäude aus den 1960er-Jahren werden derzeit über konventionelle Heizkessel mit Wärme versorgt. Im Zuge der Modernisierung der bestehenden Anlage wird die BEA eine neue Heizzentrale errichten, die auch der Unterbringung eines BHKW dient. Neben einer Nahwärmetrasse (Rohre für Heizung und Trinkwarmwasser) wird ein Niederspannungs-Stromverteilnetz installiert. Damit profitieren die Bewohner aufgrund der hocheffizienten Energieerzeugung mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) von stabilen Preisen. Zusätzlich haben die Bewohner die Möglichkeit, den vor Ort erzeugten BEA Kiezstrom® zu günstigen Konditionen zu beziehen. Zur Umsetzung der Maßnahmen sind keine Arbeiten in den Wohnungen der Mieter erforderlich.

Es ist das erste Projekt, das HOWOGE und BEA gemeinsam realisieren. HOWOGE-Geschäftsführerin Stefanie Frensch: „Als Vermieter ist es uns wichtig, die Preise für Heizkosten und Warmwasser entgegen dem Trend stabil zu halten und unseren Mietern eine bezahlbare Gesamtmiete anzubieten. Deshalb sind wir bei der Energieversorgung unserer Bestände immer auf der Suche nach innovativen Alternativen und Ideen.“

BEA-Geschäftsführer Michael Geißler: „In Berlin gibt es noch viele Potenziale für solche quartierbezogenen Insellösungen. Wir haben an diesem Standort die Chance, durch Einsatz einer erprobten Effizienztechnologie in Verbindung mit professioneller Betriebsführung der Anlagen nicht nur Kosten, sondern auch die Kohlendioxidemissionen massiv zu senken. Wir tun also etwas für die Menschen vor Ort und auch für den Klimaschutz.“

Das neue BHKW hat eine elektrische Leistung von 140 kW und eine thermische Leistung von 207 kW. Hinzu kommt für die Spitzenlast ein Erdgas-Brennwertkessel mit 600 kWth. Beide Anlagen sollen die bisherigen sieben Gaskesselanlagen ersetzen. Die Umsetzung der Maßnahmen beginnt im Dezember dieses Jahres. Die Fertigstellung erfolgt nach jetzigem Planungsstand im Frühjahr 2015.