BHKW im St. Joseph Krankenhaus Berlin Tempelhof reduziert Energiekosten um 23 Prozent

Berlin
26. Januar 2015
  • Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller: „Wir machen uns auch im Bund für die dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung stark.“
  • BEA-Geschäftsführer Michael Geißler: „Es gibt auch in Berlin noch viel Potenzial für Effizienztechnologien.“
  • Tobias Dreißigacker, Geschäftsführer des SJK: „Das BHKW ermöglicht uns einen signifikanten Beitrag zum Umweltschutz.“

Berlins geburtenstärkste Klinik geht beim Energiesparen und beim Klimaschutz mit gutem Beispiel voran. Im Auftrag des St. Joseph Krankenhauses (SJK) Berlin Tempelhof hat die Berliner Energieagentur (BEA) ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk (BHKW) installiert und wird über 13 Jahre die technische Betriebsführung übernehmen. Mit der Anlage kann das 485-Betten-Haus rund 23 Prozent seiner Energiekosten sparen (350.000 Euro/Jahr) und die Kohlendioxidemissionen um rund 1.000 Tonnen pro Jahr reduzieren.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller nahm das BHKW heute gemeinsam mit dem Geschäftsführer des St. Joseph Krankenhauses, Tobias Dreißigacker, und BEA-Geschäftsführer Michael Geißler in Betrieb. „Dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist ein wichtiger Baustein in der Energie- und Klimaschutzpolitik des Landes Berlin. Für ihre Weiterentwicklung brauchen wir engagierte und erfahrene Energiedienstleister wie die BEA“, sagte Müller. „Daher werden wir uns auch auf Bundesebene bei der anstehenden Novellierung des KWK-Gesetzes für die ausreichende Förderung dieser Effizienztechnologie stark machen.“
 

Strom für umgerechnet 1.250 Privathaushalte
Das BHKW wird mit Erdgas betrieben und hat eine Leistung von 600 kW elektrisch und 654 kW thermisch. Es soll pro Jahr rund 2,5 Mio. kWh Strom erzeugen. Das entspricht dem Verbrauch von ca. 1.250 durchschnittlichen Privathaushalten in Berlin. Die Anlage deckt etwa 45 Prozent des Strombedarfs im St. Joseph Krankenhaus. Durch die gekoppelte Erzeugung fällt zusätzlich Wärme an. Sie reicht aus, um die Grundlast für Heizung und Warmwasser in den Gebäuden des Krankenhauses abzudecken. Die erforderliche Restwärme bei hohem Bedarf an Heizenergie und Trinkwarmwasser liefern zwei Spitzenlastkessel, die die BEA von Öl- auf Erdgasbetrieb umgestellt hat. Für den Energieeinkauf ist weiterhin das St. Joseph Krankenhaus selbst verantwortlich. „Tag für Tag beginnt in unserem Krankenhaus neues Leben. Der Fokus auf die Geburtshilfe – und damit auf die nächste Generation – bedingt auch den Gedanken an Nachhaltigkeit. Das BHKW ermöglicht uns einen signifikanten Beitrag zum Umweltschutz. Zugleich können wir dank der eingesparten Energiekosten ausgewählte Bauvorhaben schneller voranbringen, was wiederum unseren Patienten zugutekommt“, erklärt Tobias Dreißigacker.
 

Noch Potenzial für mehr dezentrale Erzeugung in Berlin
Für BEA-Geschäftsführer Michael Geißler beweist das BHKW im St. Joseph Krankenhaus einmal mehr, „dass es für dezentrale Energieversorgungslö-sungen und damit für erhebliche Energie- und Kosteneinsparungen noch viele ungenutzte Potenziale gibt – gerade in einer Metropole wie Berlin.“ Insgesamt hat die BEA in die Anlage rund 900.000 Euro investiert und garantiert den reibungslosen und effizienten Betrieb. Mehrere Handwerksbetriebe und Dienstleister aus der Region wurden beschäftigt. Das BHKW (Typ SES-HPC 600 N) wurde von dem Berliner Hersteller SES Energiesysteme geliefert (www.ses-energiesysteme.com).

„Die Eigenerzeugung und -nutzung von Strom ist auf dem Vormarsch. Immer mehr Gebäudeeigentümer machen davon Gebrauch, um für sich selbst oder für ihre Mieter die Betriebskosten zu senken“, hob Geißler hervor. Über 3.200 private Haushalte, Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe beziehen inzwischen „BEA-Kiezstrom®“ aus einer der über 120 BHKW- und Photovoltaik-Anlagen in Berlin und Umland.
 

Geburtenstärkste Klinik Berlins: Rund 3.900 Neugeborene in 2014
Das 1928 gegründete, katholische St. Joseph Krankenhaus behandelt pro Jahr etwa 65.000 Patienten ambulant und stationär. Mit 1.200 Mitarbeitern ist es einer der bedeutendsten Arbeitgeber im Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Zu den medizinischen Schwerpunkten gehören u.a. die Geburtshilfe, die Kinder- und Jugendmedizin sowie die Nephrologie. 2014 kamen hier 3.931 Kinder zur Welt. Damit ist das St. Joseph Krankenhaus zum dritten Mal in Folge geburtenstärkste Klinik Berlins und hat auch bundesweit seine Position unter den führenden Häusern behauptet. Geburtshilfe und Kinderklinik wurden als weltweit erste von WHO/UNICEF als „babyfreundlich“ ausgezeichnet.

Das St. Joseph Krankenhaus ist eine gemeinnützige Gesellschaft des Elisabeth Vinzenz Verbundes. (www.sjk.de)
 

Landesbeteiligung auf Wachstumskurs
Die Berliner Energieagentur ist ein Beteiligungsunternehmen des Landes Berlin mit der KfW Bankengruppe, der Gasag und der Vattenfall Wärme AG als weiteren Gesellschaftern. Einen wachsenden Anteil ihres Umsatzes von aktuell rund 13 Mio. Euro erzielt die BEA durch Finanzierung, Planung, Bau und Betrieb eigener Erzeugungsanlagen. Im Beratungsbereich liegt der Schwerpunkt im Inland, insbesondere beim Projektmanagement für Energiespar-Contracting (ESC), bei der Umsetzung von Informations- und Motivationskampagnen sowie bei der Erstellung von gebäude- oder quartierbezogenen Gutachten. Darüber hinaus steuert die BEA bundesweite und europäische Projekte für Klimaschutz und Energieeffizienz. (www.b-e-a.de)

 

Hinweis für Redaktionen: Fotos von der Einweihung werden im Laufe des 26.01. hier zum Download bereit gestellt und können auch unter presse@berliner-e-agentur.de angefragt werden.