Jetzt alte Öl- und Gaskessel austauschen!

Berlin
5. Mai 2014
  • Neue Energieeinsparverordnung (EnEV) verschärft energe-tische Anforderungen bei Heiztechnik in Bestandsgebäuden
  • Investitionsbank Berlin und Berliner Energieagentur weisen auf attraktive Zinsen und Förderungen hin
  • Qualifizierte Beratung und Zuschüsse für Hauseigentümer durch das Projekt ENEO in Berlin

Am 1. Mai ist bundesweit die neue Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) in Kraft getreten. Nach Ansicht der Berliner Energieagentur (BEA) und der Investitionsbank Berlin sollten viele Hauseigentümer jetzt die Gunst der Stunde nutzen, um angesichts niedriger Kreditzinsen und attraktiver staatlicher Förderungen eine energetische Komplett- oder Teil-Modernisierung ihres Gebäudes und damit auch den Austausch ihrer Heizung in Angriff zu nehmen. Das von der IBB in Zusammenarbeit mit der BEA gestartete Programm ENEO bietet dafür qualifizierte und bedarfsgerechte Unterstützung an.

Eine für viele Hauseigentümer wichtige Verschärfung der Gesetzeslage betrifft die Heiztechnik. Danach müssen vom kommenden Jahr an Öl- und Gaskessel, die älter als 30 Jahre alt sind, nach und nach ausgetauscht werden. In Berlin sind noch mindestens 15.000 dieser ineffizienten Heizungen in Betrieb, die vor 1985 installiert wurden. Verstöße gegen die EnEV können im Einzelfall Bußgelder bis zu 50.000 Euro zur Folge haben.

ENEO fördert Gutachten und Beratung

Das ENEO-Angebot richtet sich unter anderem an Eigentümer von Mehrfamilien-Wohngebäuden, die von der EnEV-Verschärfung in erster Linie betroffen sind. Ein qualifzierter Energieberater erstellt zunächst ein Expertengutachten. Es soll sicherstellen, dass sich eine Modernisierungsmaßnahme tatsächlich an den Bedürfnissen des Eigentümers und den wirtschaftlich sinnvollen Möglichkeiten des konkreten Objektes orientiert. Auf der Grundlage des erstellten Gutachtens unterstützen die ENEO-Berater bei der Umsetzung der Modernisierungsempfehlungen und geben Informationen über mögliche Förder- und Finanzierungsszenarien. Sowohl Gutachten als auch Beratung werden von der IBB gefördert. Antragsteller erhalten einen Zuschuss zwischen 500 und 2.000 Euro je nach Zahl der Wohnungen.

„Seit seinem Start am 1. Juli 2013 ist ENEO sehr gut angenommen worden“, sagt Dr. Matthias von Bismarck-Osten, Generalbevollmächtigter der IBB. „Bisher verbuchte das Projekt insgesamt 44 Anträge, von denen bis heute 41 bewilligt wurden. Zu den bewilligten Vorhaben liegen derzeit bereits 29 Energiegutachten vor. Bezogen auf 27 Energiegutachten - die letzten beiden befinden sich derzeit noch in der Auswertungsphase - kann bei Umsetzung der geplanten Maßnahmen eine Reduzierung der CO2-Emissionen von 788,3 Tonnen pro Jahr (t/a) erreicht werden.“

„Eine qualifizierte Beratung wie im Projekt ENEO ist das A und O für das wirtschaftliche Gelingen einer energetischen Modernisierung. Insbesondere im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser, bei Wohnungseigentümergemeinschaften und bei den typischen Berliner Mehrfamilienhäusern, die sich im privaten Streubesitz befinden, gibt es in Berlin noch erhebliches Potenzial“, betont Michael Geißler, Geschäftsführer der Berliner Energieagentur.

Energieverbrauch und Kosten reduzieren

Grundsätzlich gibt es bei der energetischen Modernisierung verschiedene Wege, den Energieverbrauch und damit die Kosten zu senken. Durch Dämmung der Fassade oder den Einbau neuer Fenster und Türen lassen sich die sogenannten Transmissionswärmeverluste reduzieren. Moderne Heizungen mit Brennwerttechnik in Verbindung mit der Nutzung erneuerbarer Energien verbessern durch geringeren Einsatz von fossilen Brennstoffen den Primärenergiefaktor und wirken sich ebenfalls kostenmindernd aus.

Sogenannte Mini-Blockheizkraftwerke (BHKW) können insbesondere in größeren Mehrfamilienhäusern eine geeignete Technologie sein, um energieeffizient Wärme und Strom zu erzeugen. Auch Solaranlagen zur Erzeugung von Wärme (Solarthermie) oder Strom (Photovoltaik) können die Energie- und Kohlendioxidbilanz eines Gebäudes deutlich verbessern.
Informationen zum ENEO-Programm finden Sie auf der Website www.eneo-berlin.de. Die BEA bietet auf ihrer Website einen kostenlosen BHKW-Check an.

Nach der neuen EnEV sind nicht alle Gebäude von der Austauschpflicht für alte Kessel betroffen. Ausgenommen sind Niedertemperatur- und Brennwertkessel. Auch Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern sind von der Verpflichtung befreit. Gewisse Nachrüstpflichten gibt es auch in punkto Dämmung. So müssen Decken von beheizten Räumen, die an ein ungeheiztes Dachgeschoß angrenzen, bis Ende 2015 nachträglich einen Wärmeschutz erhalten.