„Kraftzwerg“ wird noch grüner

Berlin
14. Januar 2013
  • Berliner Energieagentur stellt Blockheizkraftwerk (BHKW) in Treptow-Köpenick von Erdgas auf Bio-Erdgas um
  • Mehr CO2-Einsparung durch Einsatz erneuerbarer Energie
  • Weiterer Baustein zur Erfüllung der Klimaschutzziele der STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH

Die Berliner Energieagentur (BEA) hat ein Blockheizkraftwerk (BHKW) in einer Wohnsiedlung der STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH in Schöneweide (Bezirk Treptow-Köpenick) von Erdgas auf Bio-Erdgas umgestellt. Dadurch wird der CO2-Ausstoß um zusätzliche 218 Tonnen pro Jahr gesenkt und ein weiterer Beitrag zu den Klimaschutzzielen der kommunalen Wohnungswirtschaft geleistet. Das BHKW wurde im Frühjahr 2009 in Betrieb genommen und erhielt damals von Vorschulkindern einer benachbarten Kita den einprägsamen Namen „Kraftzwerg“.

„Wir wollen unsere dezentralen und umweltfreundlichen KWK-Technologien in Berlin weiter ausbauen und noch mehr erneuerbare Energien einsetzen“, erklärt BEA-Geschäftsführer Michael Geißler. Insgesamt betreibt die Berliner Energieagentur in Berlin und Umland derzeit 58 Blockheizkraftwerke und 44 Photovoltaikanlagen. Ein weiteres BHKW mit Bio-Erdgas betreibt die BEA seit 2011 in der Feuerwache Charlottenburg-Nord.

Für die STADT UND LAND ist die Umstellung der Anlage ein weiterer wichtiger Baustein, um die 2011 fortgeschriebene Klimaschutzvereinbarung zwischen dem Land Berlin und den städtischen Wohnungsunternehmen zu erfüllen. Die freiwilligen Vereinbarungen aller städtischen Wohnungsunternehmen Berlins zielen darauf ab, den CO2-Ausstoß insgesamt bis 2020 um mindestens 7,7 Millionen Tonnen zu senken.

Die STADT UND LAND strebt in der Bewirtschaftung ihrer rund 40.000 Wohnungen eine langfristige und nachhaltige Balance ihrer wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Ziele an. „Seit Jahren engagieren wir uns konsequent für den Umweltschutz. Entscheidenden Anteil an den von uns bewirkten CO2-Einsparungen haben die energetische Gebäudesanierung sowie der Einsatz von Kraftwärmekopplung und erneuerbarer Energien“, so Ingo Malter, Geschäftsführer der STADT UND LAND. Das kommunale Wohnungsunternehmen betreibt selbst 30 Solarthermie- und 41 Photovoltaikanlagen, im Herbst letzten Jahres begann der Bau der größten Photovoltaikanlage auf Berliner Wohngebäuden, einer Anlage auf rund 60 Dächern in Berlin-Hellersdorf.

Das BHKW in Schöneweide unterstützt eine Heizkesselanlage mit Brennwerttechnologie und versorgt neben 802 Wohnungen auch zwei Kindertagesstätten mit Wärme. Der vom „Kraftzwerg“ erzeugte Strom fließt direkt in das öffentliche Stromnetz. Die Vergütung der Stromeinspeisung erfolgt nach der Umstellung von Erdgas auf Bio-Erdgas (Biomethan) nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Das verwendete Bio-Erdgas stammt aus einer Biogasanlage in Brandenburg und wird hauptsächlich aus Energiepflanzen gewonnen. In einem chemisch-physikalischen Verfahren wird das durch Vergärung gewonnen Biogas „veredelt“ und hat die gleichen Eigenschaften wie fossiles Erdgas. Daher kann das bestehende Erdgasnetz als Transportweg für die Einspeisung und Entnahme von Bio-Erdgas genutzt werden.

Gegenüber einer konventionellen getrennten Energieerzeugung durch Kesselanlagen und Kraftwerk spart der Kraftzwerg durch den Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) 151 Tonnen CO2 pro Jahr ein. Durch den Einsatz von Bio-Erdgas vergrößert sich die CO2-Einsparung auf insgesamt 369 Tonnen pro Jahr. Insgesamt entspricht das der Menge CO2, die ein Wald von der Größe des Parks am Gleisdreieck in Friedrichshain-Kreuzberg pro Jahr binden kann.

Das BHKW vom Typ G Box 50 hat eine elektrische Leistung von 48 kW sowie eine thermische Leistung von 97 kW. Es erzeugt im Jahresverlauf rund 606 MWh Wärme und 300 MWh Strom.