Nicht nur Gurken und Zucchini sind hier grün

Berlin
5. Juli 2013
  • Berliner Großmarkt will Vorbild für Energieeffizienz, Energiesparen und Nachhaltigkeit werden
  • Solarstrom, Biomasse, Elektromobilität – Berliner Energieagentur entwickelt umfassendes Energiekonzept

Täglich frisch Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Blumen und Pflanzen: Dafür steht der Berliner Großmarkt (BGM) in der Beusselstraße. In Zukunft sollen hier nicht nur Gurken und Zucchini grün sein, sondern auch die Energie. Mit fachlicher Unterstützung durch die Berliner Energieagentur (BEA) will die Berliner Großmarkt GmbH den 33 Hektar großen Warenumschlagplatz zu einem Gewerbegebiet mit Vorzeigecharakter weiterentwickeln.

„Wir haben beim BGM bereits die leistungsstärkste Solarstromanlage auf Berliner Dächern realisiert. Jetzt werden wir in einem Energiekonzept weitere Möglichkeiten aufzeigen, wie hier vor Ort Strom, Wärme und Kälte umweltfreundlich erzeugt und wie Energieverbräuche gesenkt werden können“, sagte BEA-Geschäftsführer Michael Geißler.

Andreas Foidl, Geschäftsführer des BGM: „Auf unserem Gelände mit rund 300 Firmen gibt es viele ungenutzte Potenziale. Unser Ziel ist es, dass wir nicht nur in punkto Ökologie Vorbild für andere vergleichbare Gewerbegebiete sind. Wir wollen uns durch langfristig niedrige Energiekosten auch einen Wettbewerbs- und Standortvorteil sichern.“ Die auf dem Großmarktgelände ansässigen Händler setzen jährlich 580.000 Tonnen Lebensmittel und andere frische Waren im Wert von über einer Milliarde Euro um.

In dem Energiekonzept wird die BEA mehrere Optionen aufzeigen, wie auf dem Großmarktgelände der Strom-, Kälte- und Wärmeverbrauch durch effiziente Technologien und Änderungen im Nutzungsverhalten reduziert und die dezentrale Erzeugung ausgebaut werden kann. Unter dem Namen goEco fördert die EU im Rahmen des Programms Intelligent Energy Europe die konzeptionellen Arbeiten.

Zu den Plänen des Großmarktes gehört die sukzessive Umstellung des Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge, die Erweiterung der Photovoltaikanlage sowie die Installation eines Blockheizkraftwerkes (BHKW) oder einer Holzhackschnitzelanlage zur Verarbeitung von 1.500 Tonnen Holzabfällen. Das alles soll in einem Energiemanagementsystem sinnvoll aufeinander abgestimmt sein.

Einen großen Schritt, Ökonomie und Ökologie miteinander zu verbinden, machten BGM und BEA bereits im vergangenen Jahr. Damals wurde die mit 40.000 Quadratmetern größte Photovoltaikfläche auf Berliner Dächern in Betrieb genommen. Das Solarkraftwerk ist von der BEA finanziert, geplant und in Zusammenarbeit mit Dienstleistern errichtet worden. Der Strom fließt derzeit noch in vollem Umfang ins allgemeine Netz, soll aber in Zukunft auch direkt die Stromversorgung vor Ort zu preisgünstigen Konditionen sichern.

Mehr über das EU-Projekt goEco unter go-eco.info