Wettbewerb „Berliner Klima Schulen“: Große Vielfalt bei den Gewinnern 2018

Berlin
14. Juni 2018
  • Zehn Preise im Gesamtwert von 13.500 Euro, ein Sonderpreis „KiezKlima“ und ein Publikumspreis gingen an Schulen aus ganz Berlin
  • Robert-Havemann-Gymnasium mit dem Projekt „Energiehaus der Zukunft“ auf dem ersten Platz
  • Insgesamt haben 46 Schulen mit rd. 1.800 beteiligten Schülerinnen und Schülern 60 Wettbewerbsbeiträge eingereicht

Der im zehnten Jahr von der GASAG, der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz ausgerichtete Wettbewerb „Berliner Klima Schulen“ würdigt herausragende Klimaschutzprojekte allgemein- und berufsbildender Schulen der Hauptstadt.

Das Robert-Havemann-Gymnasium aus dem Bezirk Pankow ist Sieger des diesjährigen Wettbewerbs. Den mit 5.000 Euro dotierten Preis hat die Wettbewerbsjury für das Projekt „Energiehaus der Zukunft“ vergeben. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten ein Modellhaus, das die Nutzung erneuerbarer Energien in Gebäuden verdeutlicht. Das Modellhaus dient als Prototyp für einen Bausatz in Serienherstellung.

Über den zweiten Preis im Wert von 3.000 Euro freut sich die Heinrich-Mann-Schule aus dem Bezirk Neukölln. Die integrierte Sekundarschule erhielt den Preis für ihr Projekt „Von der Einwegverpackung zum Solarmodulträger“, in dem die Schülerinnen und Schüler vorhandene Einwegverpackungen in ein Solarstromsegel verwandelten und gleichzeitig den Kantinenbetrieb zur Umstellung auf Mehrwegverpackungen motivierten.

Der dritte Preis im Wert von 2.000 Euro ging an die Clara-Grunwald-Grundschule aus dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg für ihr Projekt „Klimaschutz durch weniger Konsum“. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten zwölf Klimatipps für den Schulalltag und vermittelten sie auf Plakaten und Karten, in Vorträgen und in der Schülerzeitung.

Die Gewinner gehören zu den 46 Schulen, die insgesamt 60 Wettbewerbsbeiträge eingereicht haben. Sie geben einen Einblick in die große Vielfalt schulischer Klimaschutzprojekte. Die Jury entschied sich mit ihrer Wahl für drei besonders kreative, weitreichende und kommunikative Wettbewerbsbeiträge. Die Gewinner 2018, alle Wettbewerbsbeiträge und Informationen zum Wettbewerb „Berliner Klima Schulen“ finden sich im Internet unter https://www.berliner-klimaschulen.de/.

Zusätzlich zeichnete die Jury in diesem Wettbewerbsjahrgang das Projekt „Klima-Ideen der Carl-Kraemer-Grundschule aus dem Bezirk Mitte mit dem Sonderpreis „KiezKlima – für besonderes Engagement im schulischen Umfeld” aus. Das Schülerparlament der Schule will mit einem Mix unterschiedlicher Maßnahmen die eigene Schule Schritt für Schritt in eine Klimaschule in einem Klimaschutzkiez verwandeln. Ihre Vision stellten die Schülerinnen und Schüler zunächst in einem Kreidestraßenbild vor dem Rathaus Mitte dar. Sie produzierten erste „Juter-Kiez“-Jutebeutel, die Geschäften im Schulumfeld überreicht wurden und sie engagierten sich für ein müllfreies, ressourcenschonendes Schulumfeld.

Den Publikumspreis erhielt in diesem Jahr mit insgesamt 862 Stimmen die Matthias-Claudius-Grundschule aus dem Bezirk Neukölln. Das Publikum hatte sich mit seiner Online-Abstimmung für das Projekt „Grün statt Grau“ entschieden, in dem die Schülerinnen und Schüler durch Pflanzkübel, Nistkästen, Fledermausunterkünfte und ein Insektenhotel gemeinsam mit Lehrkräften und Eltern einen Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt leisteten. Ganz nebenbei unterstützte die schulweite Aktion das umwelt- und klimabewusste Verhalten der Kinder und Erwachsenen im Schulalltag und darüber hinaus. Mit insgesamt 5.168 gültigen Stimmen war die Beteiligung an der Online-Abstimmung in diesem Jahr sehr hoch.

Weitere Gewinner

Die folgenden sieben Wettbewerbsbeiträge erreichten den vierten Platz und erhielten Prämien im Wert von jeweils 500 Euro:
• Brodowin-Schule (Lichtenberg): Mit Erfindungsgeist und Spiel zum Klimabewusstsein
• Carl-Friedrich v. Siemens Gymnasium (Spandau): REdUSE – Gestaltung eines nachhaltigen Weihnachtsmarktes
• Carl-Kraemer-Grundschule (Mitte): Klima-Ideen der Carl-Kraemer-Grundschule
• Konrad-Zuse-Schule (Pankow): Inklusion im Kiez (geht) fährt klima-neutral
• Mierendorff-Grundschule (Charlottenburg-Wilmersdorf): Mieris Wurzelfenster – Boden begreifen!
• Schule am Falkplatz (Pankow): Tauschmarkt
• Schule am Sandsteinweg (Neukölln): Schulwegpaten-Projekt

Begründungen der Jury

Platz 1 – Robert-Havemann-Gymnasium: Das Energiehaus der Zukunft. Neben der Originalität und Anschaulichkeit der Modellhäuser hob die Jury besonders die Vernetzung der Schule mit einem Lehrmittelhersteller und einem Start-up-Unternehmen hervor. Die Schülerinnen und Schüler leisteten mit ihrer Kreativität einen Beitrag dazu, dass Schulen künftig auf einen bedarfsgerechten Bausatz zugreifen können, der die technische Energiewende in Gebäuden greifbar macht. Ein Projekt, das weit über seine Schulgrenzen hinaus wirksam wird.

Platz 2 – Heinrich-Mann-Schule (ISS): Von der Einwegverpackung zum Solarmodulträger. Die Jury lobte an diesem Projekt die konkreten und umsetzbaren Ideen, Einwegverpackungen zu vermeiden und kreativ zu nutzen. Sie würdigte damit die Offenheit der Schülerinnen und Schüler für vielfältige Lösungen im selben Handlungsfeld. Ein Projekt, das die Vielfältigkeit praktischer Klimaschutzmaßnahmen in sich trägt.

Platz 3 – Clara-Grunwald-Grundschule: Klimaschutz durch weniger Konsum. Die Jury würdigte bei diesem Projekt besonders, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit dem zentralen Kern des Klimaschutzes auseinandersetzten: weniger Konsum bedeutet mehr Klimaschutz. Sie hob hervor, dass das Projekt durch seine inhaltliche Fokussierung und die stark kommunikative Ausrichtung nachhaltig angelegt ist und damit langfristig und über die Projektgruppe hinaus wirke. Ein Projekt, das durch Kommunikation auf Augenhöhe nachhaltig wirkt.

Wettbewerbsjury

Zur Jury gehörten in diesem Jahr folgende Personen (nach Nachnamen in alphabetischer Reihenfolge):
Malte Christiansen (BUNDjugend), Corina Conrad-Beck (Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz), Harry Funk (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie), Takeshi Himeno, (Landesschüler_innen-Ausschuss), Birgit Jammes (GASAG), Daria Junggeburth (Deutsche Umwelthilfe), Anja Steffan (a&o Hostels), Dr. Katharina Scherber (TU Berlin, Institut für Ökologie), Lucas Valle Thiele (Landesschüler_innen-Ausschuss).