Energiespar-Contracting Monaco
Das Fürstentum Monaco ist vor allem wegen des milden Mittelmeerklimas und seiner gemäßigten Steuerpolitik als Wohnort der Wohlhabenden bekannt. Doch das monegassische Staatsoberhaupt engagiert sich verstärkt für den Umweltschutz. Fürst Albert II von hat unter anderem zu diesem Zweck die Stiftung Fondation Prince Albert II de Monaco gegründet. Im Auftrag der der monegassischen Umweltbehörde setzte die Berliner Energieagentur das bewährte Modell des Energiespar-Contractings (ESC) für einen Gebäudepool in Monaco um.
Insgesamt gibt es in Monaco etwa 400 öffentliche Gebäude. Der für das Pilotprojekt ausgewählte ESC-Gebäudepool umfasst fünf Gebäude, eine Polizeikaserne mit Wohntrakt, ein Theater, eine Schule, ein Kongresszentrum sowie ein Verwaltungsgebäude.
Zu den möglichen Energiespar-Maßnahmen zählen u.a. der Austausch von Heizkesseln, die Optimierung von Heizkreisläufen und existierenden Wärmepunpemanlagen oder das Auswechseln alter Pumpen gegen effiziente Module. Die Belüftungsanlagen können durch den z.B. durch den Wechsel von Belüftungsmotoren und den Einbau von CO2-Sensoren künftig Energie einsparen.
Durch den Einsatz von Energiesparlampen oder LED, Sensorentechnik sowie elektronische Vorschaltgeräte kann das Einsparpotential im Bereich Beleuchtung erschlossen werden. Nicht zuletzt muss in Monaco berücksichtigt werden, dass alle öffentlichen Gebäude klimatisiert sind und auch hier Einsparpotenziale zu erzielen sind.
Insgesamt erhofft sich das Fürstentum eine Energie-/Kosten-/CO2-Einsparung von mindestens 20 Prozent, genaueres wird die Ausschreibung des Projekte Anfang 2012 erbringen.
Grundsätzlich muss das ESC-Modell auf die Gegebenheiten in jedem Land neu angepasst werden. In Monaco gilt nicht das EU-Recht, die Vergaberichtlinien sind verhältnismäßig flexibel. Unter Vorgabe des Fürstentums, wurden für die Umsetzung des ESC vorrangig monegassische Unternehmen eingebunden. Aufgrund der dichten Besiedlung und damit sehr verdichteten Gebäudestruktur haben öffentliche Gebäude oftmals die unterschiedlichsten Nutzer wie Polizei, Firmenbüros oder Schulen. Hier galt es, die technischen und organisatorischen Schnittstellen im ESC-Vertrag klar zu definieren.
